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Abschiedsbrief an Anne

von Cornelia Ehrlich

Du hast dich zwanzig Jahre unermüdlich für die Veeningarbeit eingesetzt. Leise, oft im Hintergrund, von der Öffentlichkeit gar nicht so groß beachtet. Und du hast dich für die Belange so mancher Kollegin eingesetzt, vielen den Rücken gestärkt. Auch mir. Nicht immer hast du dafür die gebührende Anerkennung erfahren. Auch nicht von mir. Du hast dich nach außen nicht vorgedrängt, doch nach innen viel bewirkt. Nicht zuletzt, weil du langmütig, nie nachtragend warst. Du hast es keinem, auch mir, nie verübelt, wenn wir geteilter Meinung waren und blieben. Was für eine Qualität! Das war mir selbst lange Zeit gar nicht recht bewusst.

Wie gut, dass Deine herzliche und gottvertrauende Umgangs- und Lebensart dann auf die Dauer gesehen doch Früchte getragen hat. Davon zeugt unser aller Erleben auf deinem Fest zu deinem
80. Geburtstag, im Juni vergangenen Jahres, auf dem du unsere Achtung und Anerkennung so herzlich spüren konntest. Und davon sprechen hier auch die Worte der Kolleginnen über dich.

Nun heißt es Abschied nehmen, liebe Anne, von unserem irdischen Austausch. Du hast dich im Dezember noch mit mir gefreut, dass ich offiziell Deine Lehrewerkstatt übernehmen konnte, so wie du sie vor 10 Jahren von Irmela Halstenbach bekamst. Ich möchte mich gerne an Deine Wertschätzung für die Veeningarbeit und für die Kolleginnen erinnern, nicht zuletzt als Vorbild.


Meine Erinnerungen an Anne Müller-Pleuss

von Irmela Halstenbach

In den frühen 1980iger Jahren lernten wir uns kennen und Anne entschloss sich in die erste Lehrgruppe zur Veening-Arbeit zu kommen. Unvergesslich ist mir der Ernst, mit dem sie sich der Lehre widmete und auch der Humor, mit dem sie schwierige Momente überbrücken konnte.

Anne wurde später meine Nachfolgerin und hat sich intensiv für die Belange der Veening-Ausbildung eingesetzt.

In den letzten vier Jahren waren es nur noch persönliche Themen, die uns auf’s Neue zusammenführten. Da ging es um die Bewältigung des Schicksals und seine Herausforderungen im Alter. Auf beeindrucken- de Weise hat Anne sie angenommen. Zuletzt ging es ihr vornehmlich um den Weg auf das Ende zu. Als ob Anne geahnt hätte, wie nah es schon war. Ich denke mit liebevoller Dankbarkeit an sie.


Nachruf

von Margit Seeling

Liebe Anne,

ich erfuhr an einem Tag fast zeitgleich von Deinem und Inge Werckmeisters Tod.
Das hat mich sehr berührt, zumal mit Deinem Tod nun gar nicht zu rechnen war.
Das zeigte mir wieder, wie wichtig ist es doch ist, jeden Moment das Loslassen zu üben. Kommen und Gehen, wie der Atem, wie die weißen Wolken ...

„Geh in das Leben
so tief du kannst
dann wirst du fähig
selbst die Blüten zu lassen“ (Meister Ryokan)

Ja Anne, das verbinde ich mit Dir.
Die Gespräche, die ich mit dir führte, waren immer sehr offen, sehr ehrlich und sehr freundlich.
Das hat mir gefallen.
Danke für Deine Präsenz.

Von Herzen.


Nachruf

von Ellen Wilken

Wenn ich an Anne denke, fällt mir ihr Lachen ein, das Lachen, was ich oft an ihr erlebte nach getaner Arbeit. In der Atem- Arbeit, im Anleiten einer Gruppe war Anne sehr gewissenhaft und konzentriert. Ich konnte deutlich spüren, wie wichtig ihr die Veening- Arbeit war. Sie hatte Freude daran diese Arbeit zu vermitteln und gleichzeitig zeigte sie deutlich, wie wichtig ihr diese Arbeit für ihr eigenes Leben war. Sie beschrieb ihr Verbundensein mit ihrem Atem wie eine wundervolle, tiefe Verbindung zu einem guten Freund. Anne war auch ein Genussmensch und ihr Strahlen, wenn sie an etwas große Freude oder Genuss hatte, war ansteckend.


Nachruf

von Rosi

Liebe Anne für die gemeinsamen Atem-Er-Lebnisse bin ich Dir dankbar. Die Erinnerung daran bleibt.

Deine Rosi


Nachruf

von Nina Wülfing

Anne. Meine Schattenschwester, Schwester, auch wenn sie im Alter meiner Mutter war, ich hätte ihre Tochter sein können. Uns musste keiner erzählen, was der Schatten ist. Wir waren einander Schatten und hätten im normalen Leben nix miteinander zu tun gehabt. Aber wir begegneten uns nicht im normalen Leben, sondern auf Hockern in der Atem-Welt, lernten über Jahre hinweg von Irmela. Anne und ich hatten nicht nur auf dem Hocker miteinander zu tun. Wir waren auch über Jahre hinweg damit beschäftigt „Formal-Arbeit“ zu machen: Curricula schreiben, Weiter- und Ausbildungsinhalte formulieren. Unser Treffpunkt für solche Arbeit war immer mal wieder das Cafe des Museum Ludwig in Köln. In der ersten Viertelstunde der Begegnung haben wir gewohnheitsmäßig ein bisschen gestritten. Manchmal mehr als ein bißchen. Ich sollte bitte schön langsamer reden. Anne ging alles zu schnell. Was ich sagte, wie ich dachte. Anne war mir zu langsam. Wie sie dachte und was sie sagte. Seit einer Bahnfahrt heimwärts von einem AFA-Kongress in Berlin, bei der wir - warum auch immer, ich weiß es nicht mehr - über Stunden Tränen gelacht haben, nahmen wir das mit der Langsamkeit und Schnelligkeit sportlich. In den letzten Jahren haben wir nicht mehr zusammengearbeitet und leider keinen Grund mehr gehabt zu streiten. Wir tranken aber noch ab und zu im Museumscafe Kaffee, nicht ohne uns von Herzen gerne und mit gewisser Wehmut an unsere Streitereien zu erinnern!


Nachruf

von Sarah Pudelek

Anne konnte sich auch in schwierigen Situationen mit einer unerschrockenen Offenheit in die Begegnung stellen – unvoreingenommen und raumgebend.


Nachruf

von Aline von Bötticher

Wenn ich an Anne denke, so erscheint vor meinem inneren Auge gleich ein Bild von ihr, das ich gerne immer behalten möchte. Ich sehe ihr Gesicht vor mir mit einer kleinen blauen Haarsträhne im Pony, über ihrer Stirn, so lustig und frech – und darunter ihr rundes und strahlend lächelndes Gesicht.
Ich habe hier zuhause eine ganz kleine Buddha-Figur, sitzend und ein wenig pummelig, und auf seinem bauch ruht sein lächelndes gesicht mit den halbmondförmigen augen.

Dieses Buddha-Gesicht erinnert mich immer an Anne, wenn sie fröhlich gelächelt hat.
Dieses Lächeln und diese Ausstrahlung möchte ich immer in Erinnerung behalten.
Ich bedanke mich für ihr Engagement und ihre Mühe, als sie unsere kleine Dreier-Atemgruppe im Atem unterrichtete und auf die Prüfung vorbereitete.

Ich wünsche ihr jetzt eine gute Reise mit liebevollen Begleitern, sie möge leben und ruhen in Frieden.


Nachruf

von E.

Ich habe Anne immer als ein im natürlichen Sein ruhendes Wesen empfunden und das fand ich sehr angenehm.


Nachruf

von Mechthild Geue

Ich bin sehr dankbar für die letzte Begegnung mit Anne beim Vave-Treffen. Ihre Umarmung und liebevolle Zugewandtheit hatte mich berührt. Ich habe sie körperlich sehr zart und zurückgenommen wahrgenommen, was ich aber da nicht deuten konnte. Ich scheue das Pathos, wenn ich versuche, das in Worte zu fassen, was sich mir seelisch in dieser Zartheit vermittelte und was ich in meinem Herzen bewahren möchte. Vielleicht habe ich in ihrer Ausstrahlung den seelischen Atem gefühlt, der Leichtigkeit, Freude, ein weites Herz und eine große Empfänglichkeit für das Gegenüber bewirkt. Es ist ermutigend und tröstend, dass die kontinuierliche atemgeführte und bei Anne wohl auch psychotherapeutische Begegnung an und mit unseren gewordenen Strukturen dem Himmel schon auf Erden die Türen öffnen kann.


Nachruf

von Mechthild Lohmann

Durch Annes Leben und Tod habe ich Wertvolles begreifen dürfen. „Manches muss ich inzwischen loslassen“ sagte Anne an ihrem 80. Geburtstag. Wenige Monate später hat sie alles losgelassen – sich der Erlösung anvertraut.


Nachruf

von Annechien Ihnen

Ich kenne Anne von einem Wochenendseminar sowie einigen Einzelstunden, die ich vor etwa zehn Jahren mal bei ihr genommen habe, um die Veening ́sche Arbeit kennenzulernen. Anne strahlte in meinen Augen immer viel Selbstannahme und Einssein aus.

Eine von Ihren Einzelstunden hat mir einmal zu einer eindrücklichen Erfahrung verholfen, die ich im Zusammenhang mit ihrem Weggang gerne teilen würde.

Ich hatte an einem Nachmittag eine Einzelbehandlung bei ihr, die – wie mir schien - sehr intuitiv von ihr geleitet gewesen war. Anne hatte mir geraten, nach der Behandlung nicht direkt zurück nach Ostfriesland zu fahren, sondern, um die Erfahrungen ausklingen zu lassen, noch eine Nacht in der Nähe zu verweilen. Ich fuhr also zurück ins Kloster der Salvatorianerinnen, wo ich die Nacht vorher auch schon verbracht hatte und wo ich nun den ganzen Abend noch unverplant vor mir hatte. Ich ließ mich an diesem Abend ebenfalls sehr von meinen inneren Eingebungen leiten und setzte mich, da es draußen noch warm war, an ein Plätzchen in der Sonne am Brunnen im Innenhof des Klosters und schaute auf das Wasser. Hier kam nun eine tiefe Erfahrung wie angeflogen, die ich in der Weise nie wieder erlebt habe: Zunächst nahm ich meinen Atem ruhig und tragend wahr; sehr besonders empfand ich dann, dass ich mich auf einmal mit allem um mich herum untrennbar verbunden fühlte: So, als wenn Grenzen sich aufgelöst hätten und es keine Trennungen mehr gab. Auch eine Trennung vom Leben schien nicht vorstellbar. Ich stellte fest, dass ich in diesem Zustand keine Angst vor dem Tod hatte. Gott, nach dem ich in diesem Zustand fragte, war wie verschwunden. Aufgelöst?

Ich bin Anne für diese tiefe Erfahrung sehr dankbar und wünsche ihr, dass dieses Einssein, zu dem sie mir damals verholfen hat, sich für sie jetzt in irgendeiner Weise bewahrheitet.


Nachruf

von Dorothea Thomas

ANNE,

wenn ich an Dich denke, so ist es ein schmerzliches, unerwartetes Von uns Gehen ohne nochmal miteinander sprechen zu können. Aber ich konnte mit Dir sprechen und für Dich singen in Deinem bewusstlosen Zustand im Krankenhaus.

Ich denke an die vielen Treffen, die wir miteinander hatten, in größeren und kleineren Gruppen, therapeutisch, weiterbildend und kollegial, an Dein warmherziges Wesen und Gastfreundschaft. Ich denke an Deine tief innerlich fließende Atem Arbeit, an Deine Initiativkraft und Dein kreatives Schöpfen in Themen, die uns beschäftigen, an die gemeinsame konzeptuelle Arbeit z.B. an einem Fortbildungskonzept. Ich denke an Deine ruhige, oft ausgleichende Kraft in der Veening Gemeinschaft. Ich denke an Deinen tiefen Umgang mit Dir selbst in belastenden Situationen und wie Du Dich in Deine Wandlungskräfte einlassen konntest. Das hat mich immer berührt. Langsam aber tiefgründig ging es häufig mit Dir, auch manchmal unsere Verständigung. Genauso aber war da Dein Lachen und Deine erdige breite Lebendigkeit. Ich seh ́ Dich noch in Deinem wilden ausgelassenen Tanz am Abend im Kloster Steinfeld. Und ich denke an Deinen wunderschönen heiteren und erinnerungsträchtigen 80. Geburtstag im kollegialen Kreis im Juni letzten Jahres. All die verschiedenen Seiten von Dir behalt ich in meinem Herzen.